2010/06/01 - Was hilft bei schlechten Eisenwerten?

Weltweit leiden etwa 1,5 Milliarden Menschen an einer Eisenmangelanämie. Auch in Deutschland tritt Eisenmangel relativ häufig auf. Laut der VERA-Studie weisen 3,5-4,5 Prozent der Männer und bis zu 17,7 Prozent der Frauen zu niedrige Eisenspiegel auf. Das Spurenelement ist Bestandteil zahlreicher körpereigener Verbindungen, die Sauerstoff oder Energie übertragen. Es verbindet sich mit Sauerstoff und transportiert diesen zu den Körperzellen und ist damit für den Körper unentbehrlich. Problematisch in der Eisenversorgung ist jedoch, dass es außerordentlich schlecht aus der Nahrung wie auch aus Medikamenten aufgenommen wird. Entgegen früherer Meinungen ist Spinat nicht außerordentlich eisenhaltig, zumal die darin vorliegende Eisenform nur schlecht vom Körper aufgenommen werden kann. Auch sekundäre Pflanzenstoffe wie die Phytinsäure in Getreide, Nüssen und Hülsenfrüchten; Phosphate; Polyphenole in Tee oder Oxalsäure in Spinat und Rhabarber hemmen die Eisenaufnahme in den Körper. Insgesamt ist der Mineralstoff in tierischen Lebensmitteln besser verfügbar als in pflanzlichen. Dies liegt zum einen an der gespeicherten Eisenform, zum anderen am Eiweißgehalt. Um die Verfügbarkeit zu optimieren, ist die Kombination aus pflanzlichen und tierischen Quellen empfehlenswert. Ist man auf Präparate angewiesen, sollte man darauf achten, Eisentabletten nicht mit Kaffee (aufgrund der enthaltenen Chlorogensäure) einzunehmen. Bei einer Tablettenunverträglichkeit bietet sich eventuell Kräuterblut aus der Apotheke an. Doch es gibt auch Inhaltsstoffe, die die Aufnahme von Eisen steigern. Wie z.B. Vitamin C - daher am besten ein Glas frisch gepressten Orangensaft zum Essen trinken. Auch organische Säuren und Vitamin A erhöhen die Bioverfügbarkeit. Eisen kommt in grünen Gemüsen, Schwarzwurzeln, Portulak, Mangold und Pfifferlingen sowie in Fisch- und Fleischwaren in nennenswerten Mengen vor. Wurstwaren zählen allerdings nicht dazu. Sportler, Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf und sollten daher regelmäßig ihren Wert überprüfen lassen.

 

Dipl.troph. Irina Baumbach 

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