2008/01/30 - Diätfalle Fasten

Ab dem Aschermittwoch ist die Karnevalszeit vorbei und für viele beginnt die Zeit des Fastens. Was im ursprünglichen Sinn als Besinnung und seelische Reinigung galt, ist heutzutage eine beliebte Diätvariante um Pfunde zu verlieren. Doch wie funktioniert das Fasten eigentlich? Zu einer Fastenkur die zwischen sieben Tagen und mehreren Wochen dauern kann, gehören Darmentleerung, Nahrungskarenz sowie eine ausreichende Zufuhr an Wasser, Tees oder Säften. Mindestens drei Liter täglich sollte jeder Fastende konsumieren. Für den Körper bedeutet das, eine Ernährung aus den körpereigenen Nahrungsreserven. Zuerst werden die Kohlenhydratspeicher aus dem Muskelgewebe sowie der Leber entleert. Danach beginnt der Organismus mit dem Abbau von Eiweißen aus dem Muskelgewebe. Bei sehr schneller Gewichtsabnahme kann sich das gefährlich auf den Herzmuskel auswirken. Des Weiteren nehmen die lebensnotwendigen Speicher bestimmter Mineralstoffe und Vitamine ab und der Organismus kann in eine Mangelsituation kommen. Somit geht es nicht den Fettpölsterchen an den Kragen, sondern  lebenswichtigen Bausteinen des Körpers. Zum Hungern gezwungen und auf minimaler Sparflamme gehalten, beginnt nach dem Fasten die Zeit des Hamsterns. Der Körper legt weitere Fettreserven an, um auf die nächste Hungersnot vorbereitet zu sein und der allseits bekannte Jojo-Effekt tritt ein. Besonders für Betroffene von Herzrhythmusstörungen, koronaren Herzerkrankungen, Krebskrankheiten, Diabetes mellitus Typ I, Bluthochdruck, Essstörungen, chronischen Krankheiten sowie für Kinder, Personen über 65 Jahre, schwangere und stillende Frauen können Fastenkuren gesundheitsschädliche Folgen haben. Aufgrund des Nährstoffmangels sowie starker Entwässerung können unerwünschte Folgen wie Übersäuerung, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindelgefühl, verminderte Konzentrationsfähigkeit, erhöhtes Kälteempfinden und trockene Haut auftreten. Darüber hinaus sind Mundgeruch und Menstruationsstörungen zu beobachten. Positiv kann Fasten bei rheumatoider Arthritis wirken, wo eine Schmerzlinderung durch die „Nulldiät“ erreicht werden konnte. Außerdem können stark fettleibige Personen Fastenkuren als Einstieg zur Nahrungsumstellung nutzen. Jedoch gilt grundsätzlich: Fastenkuren nur unter ärztlicher Aufsicht!

Redaktion: Anja Baustian  

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