Aachen (fet) – Weisen die allseits propagierten „Diät“- Lebensmittel eine Mitschuld an der zunehmenden Problematik des Übergewichts auf? Ein kanadischer Wissenschaftler zeigte anhand eines Tierexperiments den Mehrverzehr an Kalorien durch „light“ Produkte.
Obwohl eine Übertragung der Erkenntnisse aus Tierstudien auf den Menschen oft problematisch ist, liefern die Forschungen von David Pierce und seinen Mitarbeitern von der University of Alberta in Kanada erste Ansätze zwischen dem Konsum von „Diät“- Lebensmitteln und Übergewicht. Im Versuch fütterten die Wissenschaftler über 16 Wochen lang alte und junge Ratten mit „light“ Produkten. Im Anschluss erhielten die Tiere die selben Nahrungsmittel in der normalen Kalorienvariante. Das Resultat: Besonders die jungen Ratten nahmen weit über ihren Bedarf hinaus Kalorien zu sich und somit an Gewicht zu. Als Grund vermuten die Forscher die Veränderung der natürlichen Hunger- und Sättigungsregulation [Pie07].
Was zum einen gut klingt, birgt auch Nachteile. Einerseits kann ein zu hoher Konsum an gesüßten Lebensmitteln die geschmacklichen Vorlieben und demzufolge das Verlangen nach Süßem verändern, unabhängig davon ob reiner Zucker oder Süßstoffe zum Einsatz kommen. Andererseits besitzen Fette sättigende Effekte, folglich ist bei „light“ Varianten ein Mehrverzehr vorprogrammiert. Dies bedeutet jedoch nicht, dass von "light“ Produkten generell abzuraten ist. Für übermäßige Kaffeetrinker kann Süßstoff eine durchaus sinnvolle Alternative zum Zucker oder zuckerfreie Kaugummis in puncto Karies sein. Jedoch sind kalorienarme „light“ Produkte keine Garantie fürs Schlankbleiben oder ein Konzept zum Abnehmen, wenn eine Ernährungsumstellung ausbleibt.
Redaktion: Anja Baustian