Ein beliebtes Argument, warum sich Menschen nicht gesund ernähren können, ist der zu hohe Preis von Gemüse, Obst sowie Fleischwaren und Fisch. Finanziell schlechter gestellte begründen damit ihr Einkaufsverhalten, das die Auswahl auf Fertigprodukte sowie industriell hoch verarbeitete Nahrungsmittel fallen lässt. Dabei sind unsere Nahrungsmittel auf dem tiefsten Preisniveau seit langem. Der scheinbare niedrigere Preis von Fast Food und verarbeiteten Produkten hingegen täuscht. Zwar gibt es sehr wohl „billige“ Produkte. Versucht man jedoch sein Essen aus Grundnahrungsmitteln zuzubereiten, zeigen sich über einen längeren Zeitraum wesentliche preisliche Vorteile. Insbesondere Familien mit mehreren Kindern profitieren vom „Selbstkochen“. Wer eine Familienpizza aus selbst hergestelltem Teig, Tomatenmark, etwas saisonalem Gemüse, Schinken oder Hackfleisch sowie Käse selbst zubereitet, ist beim Einkauf überrascht, wie wenig die Kassiererin verlangt. Bedenklich ist weiterhin, dass Fertigprodukte zahlreiche Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe, Süßungsmittel oder Extrakte, die unserem Körper nicht das geben, was er verlangt, enthalten. In der Folge wird von verarbeiteten Produkten wesentlich mehr gegessen, als wenn man sein Essen selbst zubereitet. Insbesondere Süßstoffe in Lightprodukten, fettreduzierten Nahrungsmitteln, aber auch Sauerkraut, Rotkohl oder sauren Gurken „gaukelt“ unserem Körper Energie vor, die gar nicht enthalten ist. In der Folge verlangt er schnell nach mehr, Heißhungerattacken sind die Folge. Auf lange Sicht ist industrielle Nahrung damit teurer. Zudem sollten wir uns wieder mehr darüber bewusst werden, was Nahrungsmittel in der Herstellung und Verarbeitung, mit Transport und Lagerung eigentlich kosten müssten. Denn ebenso wie der Preis scheint auch unsere Wertschätzung für gute Produkte auf arg niedrigem Niveau zu liegen.
Dipl.troph. Irina Baumbach