2009/10/20 - Osteoporose – von wegen Kalziummangel!

Die Knochenerkrankung Osteoporose zählt zu einer der Volksleiden in Deutschland. Zwar erkranken vor allem Männer und Frauen in der zweiten Lebenshälfte, jedoch sind in den letzten Jahren auch vermehrt Jüngere betroffen. Ursachen hierfür liegen nicht nur an der gern angeführten Unterversorgung mit Kalzium oder Bewegungsmangel. Vielmehr spielen der zunehmende Verarbeitungsgrad von Nahrungsmitteln mit einer Vielzahl knochenschädigender Zusatzstoffe, gängige Ernährungsempfehlungen wie fett- und cholesterinarmes Essen oder die Einnahme von Medikamenten eine große Rolle. Hierzu zählen insbesondere Glukokortikoide, die gravierend in den Knochenstoffwechsel eingreifen. Daher zählen auch Personen, die an Krankheiten wie Rheuma, Niereninsuffizienz oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen leiden, zu den Risikogruppen. Während die Risikofaktoren Geschlecht, Alter oder Familiengeschichte nicht beeinflusst werden können, sind einige Nahrungsfaktoren wichtige präventive Säulen. Auch wenn die ausreichende Aufnahme von Kalzium sicherlich wichtig ist, so bringt eine erhöhte Zufuhr an diesem Mineralstoff keinen zusätzlichen Nutzen ohne eine ausreichende Menge an Vitamin D. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass der bei einem Großteil der Bevölkerung auftretenden Vitamin D-Unterversorgung ein größerer therapeutischer Stellenwert zuzuweisen ist als die zu geringe Aufnahme von Kalzium. Vor allem von Ernährungsexperten als schlecht bewertete Lebensmittel wie Butter und andere tierische Fette liefern einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit dem Sonnenhormon. Aber auch fette Fische, Meeresprodukte und Pilze sind gute Lieferanten. Des Weiteren sollte auf hochgradig verarbeitete Nahrungsmittel weitestgehend verzichtet werden. Auch Bewegung ist wichtig. Dabei muss niemand zum Marathonläufer werden. Treppen steigen und zu Fuß einkaufen gehen sind bereits ein guter Anfang. Und der Aufenthalt im Freien sorgt nicht nur für einen verbesserten Knochenstoffwechsel, sondern heizt bei Sonnenschein auch die körpereigene Vitamin D-Produktion an.

Dipl.troph. Irina Baumbach

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