Der Streifzug durch Supermärkte, Drogerien und Apotheken erweckt so manches Mal den Anschein, als gehören die regalweise angebotenen Nahrungsergänzungsmittel mit vielversprechenden Gesundheitswirkungen mittlerweile zum normalen Speiseplan. Doch für wen ist die Einnahme von Vitamin-, Mineralstoff- oder Bioaktivstoffpräparaten überhaupt notwendig? Häufig wird uns Konsumenten postuliert, dass mit den heutigen Nahrungsmitteln eine ausreichende Zufuhr an essenziellen Nährstoffen nicht mehr gewährleistet werden kann. Dies würde in der Tat vielleicht dann stimmen, wenn sich der Konsum auf Fertigprodukte bzw. hochverarbeitete Lebensmittel beschränken würde. Denn hier sind häufig mehr Zusatzstoffe und industriell veränderte Substanzen enthalten, die zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit führen können. Für gesunde Menschen gibt es in der Regel keine Notwendigkeit, auf künstliche oder einseitige Präparate zurückzugreifen. Denn das Nahrungsmittelangebot bietet uns die Möglichkeit, ausreichend Nährstoffe aufzunehmen. Dabei muss es auch nicht immer „bio“ sein. Wer häufiger regionale, saisonale und gering verarbeitete Lebensmittel kauft und dabei Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst sowie Nüsse, Milchprodukte und Öle miteinander kombiniert, braucht sich über mögliche Mangelerscheinungen keine Gedanken zu machen. Zumeist erfüllen Vitamine, Mineralstoffe oder sekundäre Pflanzenstoffe nur zusammen und in ihrer natürlichen Form ihre Aufgaben im Körper. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Aufnahme isolierter Substanzen häufig nicht zum gewünschten Effekt führt. Die Zufuhrempfehlungen der Fachgesellschaften wiederum sind mit Sicherheitszuschlägen bis zu 30% und an Einflussfaktoren wie Stress oder Zubereitungsverluste angepasst. Wer dennoch über die Einnahme von Supplementen nachdenkt, sollte sich mit seinem Arzt beraten, wann und welches Supplement für ihn überhaupt in Frage kommt. Nicht zuletzt entscheidet die Produktqualität über die Wirksamkeit. Denn Tests ergeben immer wieder, dass Produkte mit zu hohen Dosierungen und fragwürdigen Substanzen vertrieben werden.
Redaktion: Irina Baumbach