2010/02/08 - Mehrfach ungesättigte Wahrheiten…

Orientiert man sich an den Empfehlungen wissenschaftlicher Fachgesellschaften sollte unser Frühstück so aussehen: eine dicke Scheibe Brot mit einer dünnen Schicht Frischkäse – und dieser möglichst fettreduziert. „Fettarm“ heißt das Motto der „ausgewogenen Ernährung“, die uns Gesundheit und Wohlbefinden verspricht. Insbesondere den gesättigten Fettsäuren hängt der Ruf nach, Herzkreislauferkrankungen zu fördern. Scheinbar zu Unrecht, wie amerikanische Wissenschaftler mit einer Metaanalyse nun aufzeigten. Denn in ihrer Gesamtauswertung von 21 Langzeitstudien war kein Zusammenhang zwischen hohem Konsum gesättigter Fette und erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen oder Schlaganfälle erkennbar. Im begleitenden Übersichtsartikel entkräftet die Autorin Siri-Tarino auch die Empfehlung, statt Fett lieber vermehrt zu stärkereichen Produkten zu greifen. Demnach bietet der Austausch mit Kohlenhydraten im Essen keinen Vorteil. Ein hoher Verzehr gesättigter Fette, die überwiegend aus tierischen Produkten stammen, erhöht zwar den LDL-Cholesterinwert, gleichzeitig aber auch das gewünschte HDL-Cholesterin. In Kombination mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren verändern gesättigte Fettsäuren den Cholesterinspiegel hingegen gar nicht. Erwähnenswert ist auch die Wirkung dieser auf die Blutgefäße. Denn neben der Höhe spielt auch die Zusammensetzung des „bösen“ LDL-Cholesterins eine wichtige Rolle in der Entstehung von Arteriosklerose. So sind kleine, dichte LDL-Partikel schädlicher für die Blutgefäße als große, weniger dichte. Gesättigte Fette erhöhen aber vorwiegend den Anteil der großen, weniger dichten LDL-Cholesterinpartikel. Die Forderung nach „light, leichter, am leichtesten“ dürfte demnach zumindest in Frage gestellt werden. Aber, wie so oft, dauerte es auch nach Veröffentlichung dieser Studie nicht lang, bis namhafte „Experten“ die Ergebnisse wieder in Frage stellten. Was also tun, fragt sich der Verbraucher. Nun, vielleicht kommt es weniger auf die permanent diskutierte Zusammensetzung einzelner Nahrungsmittel an, als vielmehr auf die Qualität dieser?!

Dipl.troph. Irina Baumbach 

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