2007/02/07 - Ist Alkohol wirklich ungesund?

Nichts ist so bekömmlich wie ein Verdauungsschnäpschen nach einem opulenten Essen. Es wärmt von Innen und es bereitet einem das wohlige Gefühl das Essen besser zu verdauen. Die schlechte Nachricht vorweg - Alkohol hemmt die Fettverdauung, der Verdauungsschnaps tut seinem Namen also keine Ehre. Besser wäre es, weniger üppig und fettreich zu essen. Aber die gute Nachricht folgt: Moderat konsumierter Alkohol erhöht nach Untersuchungen die Lebenserwartung. Moderat bedeutet in Medizinerkreisen nicht mehr als täglich ein Glas für den Mann und sogar nur ein halbes Glas für die Frau. Diese Werte gelten selbstverständlich nur für gesunde Erwachsene. Besonders die gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein konnten Wissenschaftler bereits vor Jahren untersuchen und belegen. Dabei steht vor allem die günstige Beeinflussung der koronaren Herzerkrankungen im Vordergrund. Grund für die positive Wirkung sind die in zum Beispiel Traubenschalen enthaltenen so genannten Anthocyane. Anthocyane sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in Blüten und Früchten vorkommen und für die typische Farbe von schwarzen Hülsenfrüchten, Brombeeren, und Heidelbeeren verantwortlich sind. Diese Substanzen sollen in der Lage sein, die Blutgefäße zu schützen und eine drohende Arterienverkalkung zu verhindern. Rotwein enthält im Gegensatz zu Weißwein wesentlich höhere Mengen an den gefäßschützenden Substanzen, da bei der Weißweinherstellung der Traubensaft direkt abgepresst und abgetrennt wird. Die Hinweise auf die positiven Wirkungsweise von Rot- und Weißwein sind jedoch kein Freifahrtsschein zum hemmungslosen Alkoholgenuss. Chronischer Alkoholmissbrauch kann immer noch zu Lebererkrankungen, Schleimhautentzündungen sowie Bauchspeicheldrüsenentzündungen führen. Überdies steht seit einigen Jahren eine erhöhte Alkoholaufnahme mit verschiedenen Krebserkrankungen in Verdacht.

Redaktion: Anja Baustian  

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