Wer regelmäßig die Zutatenlisten unserer Lebensmittel genauer unter die Lupe nimmt, wird feststellen, dass das kleine Wörtchen Aroma zunehmend zwischen Gewürzen und Konservierungsmitteln auftaucht. Schwer ist es nur, sich Genaueres darunter vorzustellen. Während die Zusatzstoffe einer mehr oder weniger strengen Gesetzeskontrolle unterliegen und mit Namen oder E-Nummer angegeben werden müssen, tauchen Aromen ohne genauere Bezeichnung im Zutatenregister auf. Prinzipiell wird zwischen natürlichen, natur-identischen und künstlichen Aromastoffen unterschieden. Doch wer glaubt, natürliche Aromen seien aus einem natürlichen Lebensmittel, der irrt. Zahlreiche Substanzen werden aus Schimmelpilzen gewonnen. Da Schimmelpilze natürliche Lebewesen sind, sind auch die von ihnen produzierten Aromen natürlich. Natur-identische hingegen ähneln den Aromen, die in der Natur vorkommen, werden aber synthetisch im Labor hergestellt. Die künstlichen Aromen wiederum sind freie Erfindungen unserer fleißigen Lebensmittelchemiker. In Amerika müssen Aromen groß und sichtbar vorn auf der Verpackung angegeben werden. In Deutschland zwinkerte die Gesetzgebung den Lebensmittelproduzenten zu, denn hier reicht ein kleines Wörtchen auf der hinteren Seite der bunten Umhüllung. Es gibt Geschmacksaromen wie Frucht- und Raucharomen, Geruchsaromen oder Aromen, die metallische und bittere Geschmäcker der Lebensmittel unterdrücken. Doch was macht unser Körper mit diesen Aromen? Genaueres ist nicht bekannt, denn Langzeitmechanismen sind nicht erforscht. Bekannt ist allerdings, was Aromen noch so alles können: mästen. In der Tierernährung dürfen diese daher heute nicht mehr fehlen. Versuche an Schweinen zeigten, dass Schweine Erdbeeren mögen. Die Versuchsgruppe, denen aromatisiertem Erdbeerfutter vorgesetzt wurde, fraß größere Portionen und legte auch schneller an Körpermasse zu. Doch damit nicht genug. In weiteren Versuchen schaufelten Schweine, die Futter mit Erdbeer- und Schlagsahnearoma bekamen, noch mehr in sich hinein. Warum sollten diese Effekte nicht auch beim Menschen zutreffen? Während sich die Aromaproduzenten dabei eine goldene Nase verdienen, sollte der Verbraucher seiner Gesundheit zuliebe zukünftig bei der Lebensmittelwahl etwas genauer hinsehen.
Redaktion: Irina Baumbach