Unser täglich Brot

Regelmäßig verbreiten sich Nachrichten über verunreinigte und belastete Lebensmittel, die auf den Markt gelangen. Die aktuellen Lebensmittelwarnungen des Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR) reichen von fehlerhafter Allergenkennzeichnung über mikrobielle Verunreinigungen bis hin zu erhöhten Aflatoxinwerten und Aluminiumrückständen in Lebensmitteln. Mitunter sind gar pharmakologisch wirksame Stoffe nachweisbar, die im Verdacht stehen mutagen und kanzerogen zu wirken. Meldungen dieser Art verunsichern die Verbraucher zunehmend und werfen immer häufiger die Frage auf: Wie sicher sind unsere Lebensmittel eigentlich?

Eine international anerkannte Methode zur Einschätzung von Lebensmittelbelastungen in verzehrfertigen Lebensmitteln ist die Total-Diet-Studie (TDS). In über 50 Ländern weltweit führen Lebensmitteltechnologen Studien dieser Art bereits durch. Nun beauftragte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das BfR mit der Durchführung der ersten TD-Studie in Deutschland.
 
Am vergangenen Donnerstag (21.01.2016) stellte der Präsident des BfR, Professor Dr. Andreas Hensel, die auf sieben Jahre angelegte BfR-MEAL-Studie (Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln) im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin vor. In einer großflächigen bundesweiten Untersuchung prüfen Experten verarbeitete Lebensmittel der gesamten Lebensmittelpalette in den nächsten Jahren auf ihre mittleren Gehalte gesundheitlich nützlicher und vor allem bedenklicher Stoffe. Das ist ein durchaus gelungenes Vorhaben, da sich die meisten Untersuchungen bisher auf unverarbeitete Produkte konzentrierten. Wichtig ist dies insbesondere auch für die Risikobewertung jener Stoffe, die während der industriellen Verarbeitung und Zubereitung im Privathaushalt durch Kochen oder Braten entstehen. Mitarbeiter des BfR bereiten daher in den nächsten Jahren etwa 50.000-60.000 Speisen in eigens für diese Untersuchung eingerichteten Küchen zu und analysieren diese anschließend im Labor auf Nährstoffgehalt und mögliche Rückstände. Ein Nachteil des Studienformats liegt in den sogenannten "gepoolten" Proben, die eine Unterscheidung hinsichtlich regionaler Unterschiede, konventioneller bzw. biologischer Anbauart oder Sorte nicht ermöglichen.
 
Erste Ergebnisse werden 2018 erwartet. Dann erfahren wir, wie es um unsere Lebensmittel steht und ob neben den ausgewählten Stoffen an Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln oder Prozesskontaminanten und Schimmelpilzen weitere bedenkliche Rückstände in den Produkten enthalten sind. Inwiefern der Datengewinn letztendlich dazu beitragen kann, unsere Lebensmittel hinsichtlich chronischer Risiken verlässlicher zu bewerten, bleibt jedoch abzuwarten. Wünschenswert zumindest ist es, dass die Ergebnisse die derzeit herrschende Verunsicherung und das Misstrauen in der Bevölkerung nicht noch weiter befeuern. Dies wird vor allem auch davon abhängen, wie die Ergebnisse interpretiert bzw. bewertet werden und zur Entwicklung konkreter Maßnahmen führen.
 
Unabhängig von den Ergebnissen aber raten wir grundsätzlich dazu, auf verarbeitete Produklte weitestgehend zu verzichten und seine Mahlzeiten aus frischen Zutaten zuzubereiten. Denn so können wir besser abschätzen, was wir wirklich aufnehmen.
 

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